Von der Jugendblasmusikkapelle zum Tauern-Blasorchester
 

Am 3.März 1979 hatte Sepp Wieser zusammen mit zwanzig Musiker/innen, großteils ehemaligen Mitgliedern der Bürgermusik, die „Jugendblasmusikkapelle Oberpinzgau-Mittersill“ gegründet. Er selbst war 13 Jahre lang Kapellmeister der Bürgermusik gewesen. 17 Gründungsmitglieder waren seine Schüler/innen, darunter seine Tochter und seine sechs Söhne.

Die Gründung der 33. Musikkapelle des Pinzgaus wurde von den Eltern der Musiker/innen tatkräftig unterstützt und aus ihren Reihen Bruno Höller zum ersten Vereinsobmann gewählt.

Die Eltern kauften Instrumente und teilweise auch den Salzburger Anzug für öffentliche Auftritte. Zusätzlich musste ein Kredit aufgenommen werden.

Für Proben stellte der Kapellmeister mangels anderer Möglichkeiten den Keller seines Hauses zur Verfügung, der nach Entfernen einer Zwischenwand für die erste Zeit ausreichend Platz bot. Hier unterrichtete Sepp Wieser auch den Nachwuchs für die Kapelle.

Das erste Konzert am 26. Mai 1979 im Gasthof Essiger verlief in jeder Hinsicht erfolgreicher als erhofft.


Vom 14. bis 16. August 1981 wurde das Gründungsfest gefeiert mit einem Festkonzert am Samstag und einem Festakt tags darauf, an dem 27 Vereine, darunter 15 Musikkapellen teilnahmen. Die Jugendblasmusik gewann dabei an Popularität und konnte sich nun ganz in das kulturelle Leben Mittersills integriert fühlen.

Im Probekeller des Hauses Wieser herrschte bald ziemliches Gedränge und die Luft war zuweilen knapp. Großes Aufatmen brachte daher die Übersiedlung in das neue Vereinslokal bei der Volksschule Anfang März 1984. Von der Gemeinde waren die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und vom Verein in vielen Arbeitsstunden selbst ausgebaut worden.

Das 10-jährige Jubiläum wurde mit dem Festkonzert am 25. Mai 1989 im Sporthotel Kogler und einem dreitägigen Fest begangen (18.–20. August 1989). Beim Festakt am 20. August zeigte sich die Jugendblasmusik stolz in neuem Gewand: Eine Pinzgauer Tracht anstelle des Salzburger Anzugs hatte man sich schon lange gewünscht, um ähnlich „fesch“ wie andere Musikkapellen auftreten zu können.

50 Musiker/innen zählte damals die Jugendblasmusik einschließlich des Kapellmeisters, ein Stand, der seither nicht wieder erreicht wurde.


Anlässlich „20 Jahre Jugendblasmusik“ war das ehrgeizige Ziel ein neuer Tonträger, der mit Unterstützung von Mittersiller Firmen und Privatpersonen produziert wurde. Eine Langspielplatte war schon 1983 entstanden und ein Jahr davor erstmals eine Rundfunkaufnahme. Die neue CD mit einer abwechslungsreichen Zusammenstellung verschiedener Musikrichtungen, wurde beim Festkonzert am 15. Mai 1999 im Turnsaal der Volksschule vorgestellt.

Dieses Konzert ist für die Vereinsgeschichte auch insofern bedeutsam, weil es das letzte der „Jugendblasmusikkapelle“ war. Da eine größere Anzahl von Mitgliedern das jugendliche Alter überschritten hatte, empfahl sich eine Umbenennung. Seither führt unser Verein den Namen „Tauern-Blasorchester Mittersill“.

Einschneidender noch war der Generationenwechsel in der musikalischen Leitung beim Cäciliakonzert desselben Jahres. Sepp Wieser legte seine Funktion als Kapellmeister zurück und übergab den Taktstock nach der ersten Konzerthälfte seinem Sohn Christian. Mit großem Interesse, Einsatz und Können hat sich Christian Wieser der nicht einfachen Aufgabe angenommen, das Tauern-Blasorchester in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Sepp Wieser bleibt als Flügelhornist und Instrumentallehrer gleichermaßen unentbehrliche Stütze unseres Klangkörpers.


Anlässlich "25 Jahre Tauern-Blasorchester Mittersill" fand am 5. Juni 2004 im Turnsaal der Volksschule ein Jubiläumskonzert statt.

Es entstand eine Festschrift, und das große Fest wurde vom 18. - 20. Juni 2004  gefeiert.
Allein das Wetter war ungnädig und beeinträchtigte den Festakt durch strömenden Regen.

Das Hochwasser 2005 versetzte dem Tauern-Blasorchester einen schweren Schlag, der die weitere Existenz in Frage stellte. Das eben erst generalsanierte Probelokal im Keller des Vereinsheimes war bis zur Decke mit Wasser gefüllt, Klavier und Schlagzeug zerstört, 12 Blasinstrumente beschädigt, das Notenarchiv aus 25 Jahren vernichtet.


Zahlreiche Musikkapellen folgten einem Aufruf des Salzburger Blasmusikverbandes und halfen mit Geld- und Notenspenden. Tenorhornist Georg Egger gewährte dem Verein auf dem Bauhof seiner Firma Unterkunft und ermöglichte damit die Wiederaufnahme der Probenarbeit für Frühjahrskonzert und ORF Radio-Frühschoppen im folgenden Jahr. Georg Egger sorgte schließlich auch für ein neues Probelokal, das Ende 2007 im neu errichteten Geschäftszentrum auf dem Firmengelände von Egger-Bau bezogen werden konnte. Die großzügigen Räumlichkeiten, deren Finanzierung durch eine Bausteinaktion unterstützt wurde, bieten ideale Bedingungen für die weitere gedeihliche Entwicklung der Musikkapelle.
Sie liegt seit 2008 in den Händen einer neuen Führungsspitze mit Michael Schmidl als Obmann. Seine Vorgänger waren Bruno Höller, Reinhard Gratz, Alexander Zotter, Ingrid Niedrist-Pichler und Christian Stallner, der sich daneben auch als Leiter des vereinsinternen Jugendorchesters „Tutti Frutti“ um die Nachwuchstalente bemüht hatte. Er folgte nun Christian Wieser als Kapellmeister nach.